Geschäftsbericht 2009 / Lagebericht / Ausblick

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Im 3. Quartal 2009 haben wir unsere strategische Planung verabschiedet. Unter der Überschrift "Winning 2012" wollen wir eine Eigenkapitalrentabilität  (Return on Equity) vor Steuern zwischen 15 und 20 % sowie eine Kosten-Ertrags-Relation (Cost Income Ratio) von 60 bis 65 % erreichen. Parallel dazu soll eine Eigenmittelquote (Capital Ratio) bezogen auf das Gesamtkapital von 10 bis 12 % sowie ein Verhältnis zwischen Ausleihungen und Einlagen (Loan to Deposit Ratio) von kleiner 1 erreicht werden. Die Bezugnahme auf die zuletzt genannten beiden Größen soll sicherstellen, dass es nicht auf ein singuläres Renditeziel, sondern auf eine nachhaltige Entwicklung der Bank ankommt. Dasselbe gilt für die Definition entsprechender Korridore, die in der Steuerung der Bank ebenfalls eine nachhaltige Entwicklung sicherstellen sollen.

Aber auch unabhängig davon führt die strategische Planung der Geschäftsjahre 2010 bis 2012 nicht zu einem Eingehen hoher Risikopositionen. Denn wir haben unsere Planung unter die nachfolgenden Voraussetzungen gestellt, um eine schädliche Anreizwirkung zu vermeiden:


Die Umsetzung unserer strategischen Planung geht einher mit einer Verbesserung und Optimierung unserer Prozesse, überarbeiteten Führungsleitsätzen, aber auch der Weiterentwicklungen des Cross Selling und der Beratungsvernetzungen in Kundenverbünden. Zudem sollen neue Produkte und Preismodelle die verstärkte Gewinnung neuer Kunden unterstützen.

In den kommenden Jahren wollen wir insgesamt mit Augenmaß und dem jeweiligen wirtschaftlichen Umfeld angepasst wachsen, das Kreditgeschäft jedoch angesichts des konjunkturellen Umfeldes nur moderat und unter Beachtung strenger, selbst gesetzter Risikomaßstäbe sowie der Risikotragfähigkeit der Bank ausweiten. Dabei wollen wir die Granularität und Diversifikation des Kreditportfolios noch weiter verbessern. Das Kreditwachstum soll dabei überwiegend durch die Akquisition von neuen Kundeneinlagen bzw. Mitteln aus öffentlichen Kreditprogrammen finanziert werden. Ein besonderes Augenmerk wollen wir unverändert auf den weiteren Ausbau des Provisionsgeschäftes legen.

Nach der Konzentration der Kreditanalyse und Kreditbearbeitung unseres Firmen- und Privatkundengeschäfts im Niederlassungsgebiet Essen greifen sukzessive die Synergien und werden in der Folge auch zu einer Begrenzung des Anstiegs der Verwaltungsaufwendungen in diesem Bereich führen. Die Konzentration der Kundenbetreuer auf den Vertrieb ermöglicht eine Erhöhung der für den Kunden zur Verfügung stehenden Zeit und damit die Fokussierung auf Beratung, Betreuung und Angebotsentwicklungen zur breiteren Nutzung der von der Bank angebotenen Finanzlösungen.

Im zinsabhängigen Geschäft sehen wir im Gesamtmarkt eine Stabilität der Margen im Kreditgeschäft auf dem erreichten Niveau. Dieses Niveau stellt ein insgesamt sachgerechteres Verhältnis von Risiko und Rendite im Vergleich zu früheren Jahren dar. Da angesichts des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes das Zinsniveau in nächster Zeit nicht substantiell steigen dürfte, erwarten wir weiterhin einen deutlich positiven Beitrag aus dem Fristentransformationsergebnis. Insgesamt planen wir eine weitere moderate Ausweitung des Zinsergebnisses.

Im provisionsabhängigen Geschäft des Asset Management wollen wir durch eine gezielte Ausweitung der Kundenzahl, durch die in 2009 vorgenommene personelle Stärkung des Private Banking und unsere neuen Einheiten Wealth Management und Family Office eine deutliche Steigerung erreichen. Die Bemühungen um die engere Verzahnung von Private Banking und Firmenkundengeschäft zeigen zunehmend Erfolg und bestätigen uns in der weiteren Ausrichtung dieses Ansatzes. Das Vertrauen unserer mittelständischen Kunden in die NATIONAL-BANK als berechenbarer Partner sollte sich nicht nur auf das Unternehmen, sondern auch auf den privaten Vermögensbereich beziehen. Im Zins- und Währungsmanagement sehen wir einen weiteren überproportionalen Bedarf bei unseren mittelständischen Firmenkunden, dem wir durch personelle Verstärkung und systemtechnische Verbesserungen Rechnung getragen haben. Aufgrund der in den letzten Jahren eingeleiteten Maßnahmen erwarten wir auch in den übrigen Dienstleistungsbereichen ein weiteres Wachstum der Provisionserträge. Dies gilt zum Beispiel für die Vermittlung von Baufinanzierungen.

Die Verwaltungsaufwendungen wollen wir nach dem deutlichen Anstieg in 2009 wieder auf verringerte Wachstumsraten zurückführen. Dies wollen wir durch ein strenges Kostenmanagement erreichen.

Eine Herausforderung wird die Begrenzung der Risikovorsorge im Kreditgeschäft sein. Die Jahre 2010 und 2011 werden diesbezüglich allgemein als besonders kritisch gewertet. Die erforderlichen Risikovorsorgemaßnahmen stehen hier im besonderen Kontext zur Erholung der Wirtschaft im Allgemeinen und der Anpassungsfähigkeit der Unternehmen an die veränderten ökonomischen Rahmenbedingungen im Besonderen. Wir sind zuversichtlich, durch die vielfältigen Maßnahmen der letzten Jahre im Hinblick auf die Risikobegrenzung und die vorsichtige Ausrichtung des Kreditgeschäftes die Risikovorsorgeaufwendungen auf einem Niveau leicht oberhalb des zurückliegenden Jahres begrenzen zu können.

Für 2010 sind wir zuversichtlich, das sehr gute Betriebsergebnis des zurückliegenden Jahres nochmals verbessern zu können. Wir können nicht ausschließen, dass das Alternative Kreditportfolio erneut außerordentliche Aufwendungen nach sich zieht. Angesichts der erkennbaren Entspannungen im konjunkturellen Umfeld und der bereits erreichten hohen Vorsorgequote dürfte sich die Belastung gleichwohl in engen Grenzen halten.

Unser Ziel ist es, unsere NATIONAL-BANK weiter als eine der führenden privaten unabhängigen Regionalbanken der Bundesrepublik Deutschland für anspruchsvolle Privat- und Firmenkunden zu positionieren.

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