Vermögens- und Finanzlage
Bilanz- und Geschäftsvolumen
Vor dem Hintergrund der deutlichen konjunkturellen Abschwächung hat sich die Nachfrage nach Investitionskrediten im Berichtsjahr reduziert, so dass die Kundenforderungen leicht rückläufig waren. Die Bilanzsumme blieb nahezu unverändert bei 4,0 Mrd. € (+0,2 %). Hohe Ausläufe bei befristet vereinbarten Bürgschaften (-24,5 % auf 140,0 Mio. €) führten zu einem Rückgang des Geschäftsvolumens um 38 Mio. € (-0,9 %) auf knapp 4,2 Mrd. €. In der nachfolgenden Übersicht sind die Veränderungen der Bilanzstruktur für das Jahr 2009 dargestellt:
Mittelherkunft
| Erhöhung der Passiva | in Tsd. € |
| Eigenkapital | 65.280 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 40.094 |
| Rückstellungen | 2.404 |
| Verminderung der Aktiva | in Tsd. € |
| Forderungen an Kunden | 120.142 |
| Forderungen an Kreditinstitute | 14.860 |
| Sachanlagen und Immaterielle Anlagewerte | 393 |
| 243.173 |
Mittelverwendung
| Erhöhung der Aktiva | in Tsd. € |
| Barreserve | 110.420 |
| Schuldverschreibungen und sonstige Wertpapiere | 24.780 |
| Beteiligungen | 5.077 |
| Sonstige Aktiva | 2.294 |
| Verminderung der Passiva | in Tsd. € |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | 51.201 |
| Verbriefte Verbindlichkeiten | 28.068 |
| Nachrangige Verbindlichkeiten | 15.473 |
| Sonstige Passiva | 5.860 |
| 243.173 |
Die Verwerfungen an den Finanzmärkten haben verdeutlicht, welche Probleme bei kapitalmarktabhängigen Refinanzierungen bestehen können. Die NATIONAL-BANK refinanziert sich vorwiegend durch Kundeneinlagen, Inhaberschuldverschreibungen und öffentliche Kreditprogramme. In Verbindung mit unserer strategischen Ausrichtung, die Loan to Deposit Ratio stets auf einem Niveau kleiner eins zu halten, führt das zu einer weitgehenden Unabhängigkeit von Refinanzierungen am Kapitalmarkt. Im Hinblick auf das Verhältnis der Kundenforderungen zu den genannten Refinanzierungsmitteln bestand zum 31. Dezember 2009 eine Überdeckung von 595 Mio. € (Vorjahr 569 Mio. €), so dass weiterhin eine sehr gute Finanzierungsstruktur und eine ausgewogene Bilanzstruktur gegeben ist. Die Liquidität der Bank war während des gesamten Jahres ausgesprochen komfortabel. Das kam auch durch die Liquiditätskennzahl zum Ausdruck, die mit einem durchschnittlichen Wert von 1,60 stets oberhalb der geforderten Kennziffer von 1,00 lag. Zum Jahresultimo belegte sie einen Wert von 1,83. Die Bank richtet ihre in 2009 abermals verbesserte Liquiditätsrisikomessung und -steuerung so aus, dass jederzeit – auch bei einem stärkeren Rückgang der Kundeneinlagen und höheren Kreditziehungen – eine kurzfristige Refinanzierung von Kreditziehungen aus zugesagten Kundenkreditlinien dargestellt werden kann. So lag zum Jahresende das kurzfristige Liquiditätspotential aus Refinanzierungsmöglichkeiten bei der Deutschen Bundesbank sowie aus kurzfristig veräußerbaren Wertpapieren, Tagesgeldanlagen bei Banken und Bundesbankguthaben bei 658 Mio. € (Vorjahr 613 Mio. €). Die Refinanzierungsmöglichkeiten bei der Deutschen Bundesbank basieren auf einem Pfandpool, bestehend aus Wertpapieren und Kundenkrediten.
Überblick über das Kreditgeschäft
| Beträge in Mio. € (prozentuale Veränderung) | Privatkundengeschäft | Wirtschaftlich Selbstständige | Firmenkundengeschäft | Baufinanzierung | ||||
| Veränderungen im kurzfristigen Kreditgeschäft | -11,7 | -(24,2%) | 11,9 | (19,1%) | -117,7 | -(19,6%) | 1,3 | (4,6%) |
| Veränderungen im mittel- und langfristigen Kreditgeschäft | 21,2 | (8,6%) | 18,0 | (7,8%) | -26,3 | -(2,4%) | -16,9 | -(2,4%) |
| Veränderungen der mittel- und langfristigen Darlehenszusagen | -4,4 | -(30,4%) | -22,4 | -(35,8%) | -107,5 | -(38,0%) | -19,9 | -(17,4%) |
Kreditgeschäft
Die Nachfrage nach Investitionsfinanzierungen hat sich vor dem konjunkturellen Hintergrund deutlich vermindert. Vielmehr ging es den Kunden in diesem Umfeld um die Aufrechterhaltung der bereitgestellten Betriebsmittellinien zur Sicherstellung ihrer Liquidität.
In Verbindung mit planmäßigen Darlehenstilgungen und auslaufenden Bürgschaftsvereinbarungen nahm das Kundenkreditvolumen der NATIONAL-BANK trotz des deutlich gestiegenen Kreditgeschäfts mit Wirtschaftlich Selbstständigen um 5,2% ab. Die mittel- und langfristigen Kredite veränderten sich mit 2,3 Mrd. € (-0,2 %) kaum, die kurzfristigen Kredite verminderten sich dagegen deutlich um 15,7 % auf 0,6 Mrd. €. Das Bürgschafts- und Gewährleistungsgeschäft, das in erster Linie mit Firmenkunden getätigt wird, reduzierte sich aufgrund von planmäßigen Fälligkeiten größerer Abschnitte um 24,5 % auf 140 Mio. €. Im Rahmen der Kreditportfoliosteuerung wurde auch mit Blick auf die Risikotragfähigkeit unverändert auf eine breite Diversifizierung geachtet. Die Bonitäts- und Besicherungsanforderungen im Neugeschäft unterlagen unverändert selbst gesetzten strengen Maßstäben. Im Immobilienfinanzierungsgeschäft arbeitet die Bank eng und erfolgreich mit den Kooperationspartnern SIGNAL IDUNA Gruppe, Nordrheinische Ärzteversorgung, DSL-Bank und WL-Bank zusammen. Das gesamte bearbeitete Immobilienfinanzierungsvolumen stieg um 12,3 % auf 228 Mio. €. Die eigenen Zusagen nahmen von 115 Mio. € auf 94 Mio. € ab. Das Volumen des vermittelten Neugeschäfts belief sich 2009 auf 134 Mio. € (Vorjahr 88 Mio. €).
Einlagengeschäft
Nachdem in den Vorjahren jeweils kräftige Zuwachsraten bei den Kundeneinlagen erreicht wurden, nahm der Bestand in 2009 leicht um 1,8 % auf 2,8 Mrd. € (Vorjahr 2,9 Mrd. €) ab. Der Rückgang ist auf Verfügungen institutioneller Anleger sowie auf den Abbau von Firmenkundeneinlagen zurückzuführen. Die mittelständischen Firmenkunden benötigten diese Mittel zur Schließung von Liquiditätslücken. Im Geschäft mit Wirtschaftlich Selbstständigen wurden die Einlagenbestände deutlich ausgeweitet, die Bestände von Privatkunden nahmen ab. Die Entwicklung der Einlagen verlief bezüglich der Produktbereiche differenziert. Die täglich fälligen Kundeneinlagen stiegen insgesamt weiter um 132 Mio. € (+9,6 %) auf 1,5 Mrd. €. Der Anstieg wurde in allen Kundengruppen erzielt. Insgesamt entfallen 45,2 % (Vorjahr 53,3 %) der täglich fälligen Einlagen auf Firmenkunden und Institutionelle Kunden, 23,5 % (Vorjahr 16,3 %) auf Wirtschaftlich Selbstständige Kunden und 31,3 % (Vorjahr 30,4 %) auf Privatkunden. Die befristeten Einlagen nahmen deutlich um 16,9 % auf 0,8 Mrd. € (Vorjahr 1,0 Mrd. €) ab. Rückgängen bei Privat- und Firmenkunden standen Zuwächse bei Wirtschaftlich Selbstständigen entgegen. Die Restlaufzeitengliederung im Anhang zeigt, dass der Schwerpunkt innerhalb der befristeten Einlagen bei den kurzfristigen Anlageformen liegt. Mit dem neuen NB-Zinsfest, einer Anlagemöglichkeit mit Laufzeiten von vier bis acht Jahren, ist es gleichwohl gelungen, Einlagen auch längerfristig zu binden. Für die Kunden bestehen interessante Kündigungsmöglichkeiten in den jeweils letzten beiden Laufzeitjahren. Mit dieser Finanzlösung konnte im Jahresverlauf aufgrund eines hohen Kundeninteresses ein Volumen von 208 Mio. € abgeschlossen werden. Gleichzeitig wurden auch neue Privatkundenverbindungen hinzugewonnen. Die Anlagen im NB-Zinsfest werden teils bei den befristeten Einlagen und teils bei den Spareinlagen ausgewiesen. Das Volumen der Spareinlagen nahm um 13 Mio. € (-2,5 %) auf 509 Mio. € ab. Die in Umlauf befindlichen NATIONAL-BANK-Schuldverschreibungen reduzierten sich durch Fälligkeiten, die nicht ersetzt wurden, weiter spürbar um 28 Mio. € auf 141,1 Mio. € (-16,6 %). Diese Entwicklung korrespondiert mit dem in Folge der Verwerfungen auf den Finanzmärkten und insbesondere seit der Insolvenz von Lehman Brothers allgemein zu beobachtenden Trend bei Privatkunden, sich von Inhaberschuldverschreibungen zu trennen. Die gesamten Kundeneinlagen – einschließlich der begebenen NATIONAL-BANK-Schuldverschreibungen – nahmen insgesamt um 2,6 % auf 3,0 Mrd. € (Vorjahr 3,1 Mio. €) ab.
Interbankengeschäft
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten standen langfristige Mittelaufnahmen im Rahmen öffentlicher Kreditprogramme und sonstige langfristige Festzinsrefinanzierungen bei Banken im Vordergrund. Die Bestände nahmen aufgrund planmäßiger Fälligkeiten und geringeren Neugeschäfts um 14 Mio. € (-2,8 %) auf 511 Mio. € ab. Für kurzfristige Refinanzierungserfordernisse nutzte die Bank die Bereitstellung von Liquidität durch die Deutsche Bundesbank im Rahmen der angebotenen Kontingente oder die Geldhandelsaufnahmen bei anderen Geschäftsbanken. Diese Mittelaufnahmen betrugen zum Jahresende 80 Mio. €. Die Liquiditätsanlagen bei Banken nahmen um 15 Mio. € auf 149 Mio. € (-9,1 %) ab. Die Bank hat ihre Liquiditätsanlagen primär in gedeckte, variabel verzinsliche Wertpapierbestände gelenkt und direkte Liquiditätsanlagen bei Banken nur selektiv vorgenommen. Die Investmentstrategie der Bank ist defensiv ausgerichtet. Sicherheit, Rendite und Liquidität müssen in einem sinnvollen Verhältnis zueinander stehen. Dabei wird den Aspekten Sicherheit und Liquidität Piorität gegenüber einer (Über-)Rendite (mit hohen Risiken) eingeräumt. Die bei der Deutschen Bundesbank unterhaltene Liquidität und die sonstige Barreserve lag am Ultimo des Jahres mit 236 Mio. € deutlich über dem Vorjahreswert von 125 Mio. €. Im Jahresmittel wurden die Einlagen bei der Deutschen Bundesbank auf dem erforderlichen Mindestreserveniveau gehalten. Die Einlagenfazilität bei der Deutschen Bundesbank wurde nur sporadisch genutzt. Das kurzfristige Interbankengeschäft stellt ein Element der eigenen Liquiditätssteuerung dar.
Wertpapierbestand
Innerhalb des festverzinslichen Wertpapierbestands wurde das Alternative Kreditportfolio, das unter anderem aus Asset Backed Securities (ABS) sowie Mortgage Backed Securities (MBS) besteht, durch planmäßige Tilgungen und Rückzahlungen sowie Wertkorrekturen weiter um 15 Mio. € auf 59 Mio. € (nominal 94 Mio. €) reduziert. Die Papiere dieses Portfolios werden unverändert nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Erstmals wurde 2009 eine Tranche als ausgefallen klassifiziert und damit vollständig ausgebucht. Auf das gesamte Alternative Kreditportfolio entfällt zwischenzeitlich eine Wertkorrekturquote von knapp 38 %.
Bei den sonstigen festverzinslichen Wertpapieren ergaben sich keine nennenswerten Wertkorrekturen. Die gesamten festverzinslichen Wertpapiere sind zu 71 % bei der Deutschen Bundesbank beleihbar. Innerhalb der Bilanzposition „Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere“, zu denen insbesondere Anteile an Spezial- und Publikumsfonds gehören, wurden die Bestände an Publikumsfonds reduziert. Die Aktienquote blieb während des gesamten Jahres vergleichsweise niedrig.
Beteiligungen
Die Bank hat sich im Januar 2009 an der Americo Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG, Hamburg, mit knapp 42 % als Kommanditistin beteiligt. Mit dieser Finanzbeteiligung ist eine indirekte Beteiligung an einem Mautautobahnbetreiber in Chile verbunden. Der Buchwert beträgt 5,5 Mio. €.
Finanzderivate
Die Bank betreibt kein Handelsgeschäft mit dem Ziel, damit wesentliche Erträge ihres Ergebnisses zu erwirtschaften, indem sie systematisch Positionen in Aktien, Renten, Währungen, Rohstoffen oder Edelmetallen (einschließlich entsprechender Derivate) oder andere Finanzprodukte im eigenen Namen und auf eigene Rechnung eingeht. Geschäfte in Finanzderivaten werden vorrangig zur Eindeckung von Kundenpositionen abgeschlossen.
Aus dem Nominalvolumen von 1,4 Mrd. € (Vorjahr 1,2 Mrd. €) waren 0,3 Mrd. € börsengehandelten Produkten und 1,1 Mrd. € OTC-Produkten zuzurechnen. Nach Produktbereichen gegliedert entfielen 0,3 Mrd. € Nominalvolumen auf währungsbezogene Optionen und Termingeschäfte und 0,8 Mrd. € auf Zinsgeschäfte einschließlich der Positionen zur Begrenzung des Zinsänderungsrisikos. Da das Kundengeschäft unmittelbar bei Banken oder an der Börse wieder eingedeckt wird und die Positionen der Bank der Begrenzung der Zins- und Währungsrisiken dienen, bestanden nahezu keine marktpreisabhängigen Positionsrisiken aus Finanzderivaten, sondern lediglich marktpreisabhängige Adressenausfallrisiken. Innerhalb des Firmenkundengeschäfts wurde dem erkennbaren Bedarf an Dienstleistungen im Bereich des Zins- und Währungsmanagements eine unverändert hohe Aufmerksamkeit geschenkt. Den Kunden wurden die für ihre Situation sinnvoll einsetzbaren Lösungen zur Absicherung von Risikopositionen angeboten.
Eigenkapital
Der Bestand der dem aufsichtsrechtlichen Eigenkapital zuzurechnenden Nachrangdarlehen verringerte sich durch Fälligkeiten um 15 Mio. €.
Im Berichtsjahr wurde erfolgreich die größte Kapitalerhöhung in der Geschichte der Bank durchgeführt. Das Grundkapital wurde durch Ausgabe von 2.080.000 Stückaktien um 6,24 Mio. € erhöht. Damit nahm das Grundkapital von 31,20 Mio. € auf 37,44 Mio. € zu. Bei einem Bezugspreis von 28,00 € pro Aktie konnten den Kapitalrücklagen 52,0 Mio. € zugeführt werden.
Die Gewinnrücklagen wurden um 6,0 Mio. € (Vorjahr 1,6 Mio. €) aus dem Jahresüberschuss erhöht. Die Eigenmittel betragen unter Einbeziehung der Nachrangdarlehen und des Fonds für allgemeine Bankrisiken 324 Mio. € (Vorjahr 275 Mio. €). Die Eigenmittelausstattung – gemessen am Verhältnis des aufsichtsrechtlich relevanten Eigenkapitals gemäß § 10 KWG zu den risikogewichteten Aktiva –verbesserte sich nach Feststellung des Jahresabschlusses deutlich auf 11,0 %. Die Kernkapitalquote von 9,0 % ist im Verhältnis zur Mindestanforderung von 4,0 % wieder als sehr komfortabel anzusehen. Das Gleiche gilt für die Gesamtkapitalquote. Von der Möglichkeit der Einbeziehung von Neubewertungsreserven in die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel wurde kein Gebrauch gemacht.





