LAGEBERICHT
Ertragslage
Rahmenbedingungen
Die NATIONAL-BANK AG hat sich auch 2010 gut entwickelt und ein gutes Ergebnis erzielt. Dies stand im Kontext einer insgesamt dynamischen Erholung der Wirtschaft in Deutschland. So ist die gesamtwirtschaftliche Leistung in Deutschland 2010 um 3,5 % gestiegen, nach einem Rückgang von 4,7 % im Jahr 2009. Die konjunkturelle Aufwärtsbewegung wurde maßgeblich getragen von den wieder zunehmenden Exporten, sprang aber recht schnell und deutlich auf private und gewerbliche Investitionen sowie auf private Verbrauchsausgaben über. Andererseits sind Risikopotenziale für die zukünftige Entwicklung in Form von global steigenden Rohstoff- und Nahrungsmittelpreisen, den kritischen Verschuldungskonstellationen in etlichen europäischen Staaten, Japan und den Vereinigten Staaten von Amerika und den politischen Entwicklungen im arabischen Raum unverkennbar.
Die regionale und kundenorientierte Ausrichtung der Bank verschafft ihr jedoch eine vergleichsweise gute Emanzipation von den globalen Risikopotenzialen. Aus dem stabilen Kundenstamm, zu dem der überwiegende Teil der eigenen Aktionäre gehört, ergeben sich aufgrund einer verringerten Kundenfluktuation ergebnisstabilisierende Effekte. Die Risikotransformationsfunktion der Bank führt in unterschiedlichen Bereichen zu einer im Zeitablauf stärker schwankenden Risikovorsorge und folglich zu entsprechenden Ergebnisvolatilitäten. Diesen Risiken begegnet die Bank mit umfassenden Steuerungsmaßnahmen. Gleichwohl bleibt sie auch von äußeren Einflüssen, wie der Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes im Hinblick auf Wachstumspotenziale und Kreditrisiken aus dem bestehenden Kreditportfolio nicht unberührt. 2010 lag die Bank hinsichtlich der Zinsergebnisentwicklung tendenziell unterhalb und mit Blick auf das Provisionsergebnis oberhalb vergleichbarer Kreditinstitute.
Mit der Umsetzung der Anforderungen aus dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) ergeben sich für die Ergebnisrechnung deutliche Veränderungen. So werden die Zinseffekte, die sich aus der Berechnung der Rückstellungen für Altersversorgungs- und vergleichbare Verpflichtungen ab 2010 ergeben, nicht mehr im Personalaufwand gezeigt, sondern im Zinsergebnis. Damit ergab sich für 2010 eine Entlastung der Aufwendungen für Altersversorgungen um 3,4 Mio. €, während das Zinsergebnis in gleicher Höhe belastet wurde. Zudem wird im außerordentlichen Ergebnis der Aufwand aus der zusätzlichen Bildung von Pensionsrückstellungen in Höhe von 1,0 Mio. € gezeigt. Dieser ergab sich aus der Neuberechnung der Pensionsrückstellungen auf den 1. Januar 2010 gemäß BilMoG. Der Anpassungsbedarf beläuft sich auf 15,4 Mio. € und ist im Zeitraum von 2010 bis 2024 mit mindestens jeweils einem Fünfzehntel pro Jahr nachzubilden. Im Nettoertrag des Handelsbestands wird zukünftig nur noch das Ergebnis aus der engen Definition des Handelsbestands gezeigt, der jedoch für die Bank wegen der primären Ausrichtung des Geschäftsmodells auf das Kundengeschäft von untergeordneter Bedeutung ist.
Nach der 2008 getroffenen Entscheidung des Vorstandes, das Alternative Kreditportfolio unter ökonomisch sinnvollen Bedingungen konsequent weiter abzubauen und entsprechende Papiere zukünftig nicht mehr zu erwerben (siehe auch Risikobericht Seite 103), wird die Ertragslage im Hinblick auf das außerordentliche Ergebnis wie 2009 dargestellt. Die außerordentlichen Erträge werden durch Margenbeiträge aus den verbrieften Kundenforderungen bestimmt. Die außerordentlichen Aufwendungen ergeben sich aus den Wertkorrekturen und realisierten Verlusten.
Jahresüberschuss
Der Jahresüberschuss lag mit 16,6 Mio. € nach einem deutlich um 38,8 % auf 7,8 Mio. € erhöhten Ertragssteueraufwand leicht unter dem Vorjahresniveau von 17,4 Mio. € (-4,6 %). Der Ertragssteueraufwand ist im Gegensatz zum Vorjahr nicht durch latente Steuern beeinflusst.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, aus dem Ergebnis eine gegenüber 2009 gleich bleibende Dividende in Höhe von 1,00 € je Aktie auszuschütten. Das entspricht einer Dividendensumme von 12,48 Mio. € (+9,1 %). Vorab wurde den Rücklagen ein Betrag von 4,15 Mio. € (Vorjahr 6,0 Mio. €) zugeführt. Der Anstieg der Dividendensumme resultiert aus den 2009 nur zur Hälfte dividendenberechtigten jungen Aktien aus der Kapitalerhöhung.
Außerordentliches Ergebnis
Das außerordentliche Ergebnis lag mit -10,1 Mio. € (Vorjahr -9,8 Mio. €) um -0,3 Mio. € (+2,7 %) über dem Vorjahr. Es setzte sich zusammen aus dem außerordentlichen Ergebnis des Alternativen Kreditportfolios in Höhe von -9,0 Mio. € (Vorjahr -9,8 Mio. €) und aus der BilMoG-Umstellung in Höhe von -1,1 Mio. €. Die Wertkorrekturen und realisierten Verluste des Alternativen Kreditportfolios beliefen sich auf 10,3 Mio. € und lagen damit unter dem Vorjahreswert von 12,1 Mio. €. Das positive Zinsergebnis aus den verbrieften Kreditforderungen betrug 1,3 Mio. € (Vorjahr 2,3 Mio. €).
Betriebsergebnis
Eine kräftige Steigerung des Provisionsergebnisses und ein Rückgang der operativen Kosten haben zu einer Verbesserung des Ergebnisses vor Risikovorsorge geführt. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft blieb in einem insgesamt positiven konjunkturellen Umfeld um 9,3 % unter dem Vorjahresniveau, während für Pauschalwertberichtigungen und den Wertpapierbestand eine höhere Risikovorsorge zu bilden war. Insgesamt erhöhte sich die Risikovorsorge um 2,1 Mio. € (+10,8 %). Das Betriebsergebnis konnte dennoch erneut auf ein Rekordniveau von 34,7 Mio. € gesteigert werden. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern, die auch das außerordentliche Ergebnis umfasst, nahm leicht von 9,6 % auf 8,9 % ab. Das dieser Renditeberechnung zugrunde liegende durchschnittlich gebundene Kapital nahm um 35 Mio. € zu. Dies ist auf die Mitte des Jahres 2009 erfolgte Kapitalerhöhung zurückzuführen, die in diesem Jahr nur zu einer anteiligen Erhöhung des gebundenen Kapitals führte.
Zinsüberschuss
Nach dem kräftigen Vorjahresanstieg um 18,7 % nahm der Zinsüberschuss um 6,8 % auf 102,6 Mio. € ab. Dabei ist zu berücksichtigen, dass 3,5 Mio. € und damit über 45 % des Rückganges auf BilMoG-Effekte zurückzuführen sind. Der bei der Errechnung der Rückstellung für Altersversorgungsaufwendungen und vergleichbare Verpflichtungen errechnete Zinsaufwand für das Jahr 2010 betrug 3,4 Mio. € und wurde nicht mehr im Personalaufwand, sondern im Zinsergebnis gezeigt. Das Fristentransformationsergebnis nahm aufgrund des rückläufigen Zinsniveaus von 11,3 Mio. € auf 5,1 Mio. € deutlich ab. Dabei ist zu beachten, dass die Bank das interne Verrechnungszinskonzept mit zeitgemäßen Systemen konsequent weiterentwickelt hat und sich gegenüber der Darstellung im Lagebericht 2009 Veränderungen ergeben haben. Daher wurden die Vorjahreswerte entsprechend angepasst. Die Zinsspanne verringerte sich um 0,17 %-Punkte auf 2,63 %.
Die laufenden Erträge ermäßigten sich aufgrund rückläufiger Aktien-, Investmentfonds- und Beteiligungserträge um 0,6 Mio. € auf 4,2 Mio. €. Dabei lag die Ausschüttung der Tochtergesellschaft NB-VERSICHERUNGS-SERVICE GmbH, Essen, mit 350 Tsd. € unter dem Niveau des Vorjahres, da die Tochtergesellschaft auf der Basis einer neuen Vertriebsvereinbarung nunmehr Provisionen für die Vertriebsleistungen der Bank zahlt. Die Bank erzielte infolgedessen ein Provisionsergebnis von 2,1 Mio. € aus der Vermittlung von Versicherungen. In der Gesamtbetrachtung – Bank inklusive Tochtergesellschaft – konnte aus dem Versicherungsvermittlungsgeschäft ein deutlich verbessertes Ergebnis erzielt werden. Die NB-IMMOBILIEN GmbH, Essen, erzielte infolge von Restrukturierungsmaßnahmen und weiteren Schritten zur Optimierung des Geschäftsmodells mit -2 Tsd. € ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis (Vorjahr -39 Tsd. €). Aus der Beteiligung an der IMMRUHR GmbH & Co. KG, Essen, wurde ein Ertrag von 648 Tsd. € (Vorjahr 561 Tsd. €) generiert.
Provisionsüberschuss
Das Provisionsergebnis der Bank verzeichnete einen deutlichen Anstieg um 16,8 % auf 46,4 Mio. €. Die Erträge aus dem Asset Management stiegen um 3,0 %. Die strukturellen und konzeptionellen Weiterentwicklungen im Asset Management durch den Aufbau der Einheiten Family Office und Wealth Management sowie die Verstärkung des Private Banking machten sich weiterhin positiv bemerkbar. Insgesamt erhöhten sich die verwalteten Depotvolumina um 2,8 % auf über 2,6 Mrd. €. Mit den optimierten Strukturen im Asset Management sollen die Ergebnisse in den nächsten Jahren weiter deutlich verbessert werden.
Eine dynamische Entwicklung verzeichnete der Geschäftsbereich Internationales Geschäft. Das Ergebnis wurde sehr kräftig um 72 % ausgeweitet. Herausragend war dabei erneut der Zuwachs im Zins- und Währungsmanagement um 141 %. Aber auch das Provisionsergebnis aus dem Auslandszahlungsverkehr und dem Dokumentengeschäft sowie der Außenhandelsfinanzierung konnte in Verbindung mit einer deutlichen Ausweitung der Exporte und Importe der deutschen Wirtschaft wieder stärker wachsen. Das Ergebnis aus der Vermittlung von Immobilienfinanzierungen konnte aufgrund geringerer Volumina aus dem gewerblichen Bereich nicht gehalten werden. Es nahm um 11 % ab. Die private Baufinanzierung entwickelte sich hingegen sowohl bezüglich der Stückzahlen als auch bezüglich des zugesagten Finanzierungsvolumens erfreulich.
Für die Vermittlung von Versicherungen wird auf der Basis einer neuen Vertriebsvereinbarung mit der NB-VERSICHERUNGS-SERVICE GmbH, Essen, erstmals ein Ertrag ausgewiesen. Für 2010 erbrachten diese Vermittlungsleistungen 2,1 Mio. €, wobei ein Großteil auf ein zeitlich begrenzt angebotenes Produkt entfiel. Die Höhe der Provisionserträge im Versicherungsvermittlungsgeschäft kann folglich nicht unbedingt als nachhaltig angesehen werden. Die Provisionserträge im Konten- und Kartenservice stiegen preis- und volumensbedingt, aber auch durch strukturelle Veränderungen im Kreditkartengeschäft um 7,6 %. Die Ergebnisbeiträge aus dem Kreditgeschäft konnten trotz des hohen Darlehensneugeschäfts nicht ganz auf dem hohen Niveau des Vorjahres gehalten werden. Sie nahmen auch wegen verringerter Ergebnisbeiträge aus Insolvenzgeldvorfinanzierungen leicht um 3,6 % ab.
Nettoertrag des Handelsbestands
Mit Umsetzung der Anforderungen aus dem BilMoG wird in dieser Position nur noch das Ergebnis aus dem Handelsbestand (neue Bilanzposition) abgebildet. Hierunter fallen ausschließlich Geschäfte mit Wertpapieren oder Derivategeschäfte, mit denen aus Marktpreisveränderungen ein Ergebnisbeitrag erzielt werden soll (Trading). Zum Jahresende lagen keine Handelsbestände vor. Der überwiegende Teil des Wertpapierbestands der Bank ist im Wertpapierliquiditätsbestand enthalten. Das Ergebnis aus Handelsgeschäften lag mit 16 Tsd. € um 77 Tsd. € unter dem bereinigten Vergleichswert für 2009. Tradingaktivitäten nimmt die Bank nur sporadisch wahr. Gemäß der Geschäftsstrategie betreibt die Bank das Handelsgeschäft nicht mit dem Ziel, damit wesentliche Ergebnisbeiträge zu erwirtschaften.
Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen um 1,7 Mio. € (+77,6%), da bestehende Rückstellungen im Umfang von 1,8 Mio. € aufgelöst werden konnten. Zudem werden in dieser Position im Zusammenhang mit der BilMoG-Umstellung Erträge gezeigt, die bislang in den Nettoerträgen aus Finanzgeschäften enthalten waren. Von dem Gesamtbetrag der sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 3,8 Mio. € entfällt ein Großteil (1,4 Mio. €) auf Mieterträge für vermietete eigene Immobilien.
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen nahmen um 2,7 % auf 91,1 Mio. € (Vorjahr 93,6 Mio. €) ab. Die Aufwendungen für Löhne und Gehälter stiegen infolge tariflicher Gehaltserhöhungen nur moderat um 1,5 % zu. Die Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung sanken dagegen um 3,4 Mio. € und damit etwa in Höhe der Zinsaufwendungen für 2010, die den Berechnungen der Pensionsrückstellungen zu Grunde lagen. Die aufgrund veränderter Anforderungen des BilMoG auf das Berichtsjahr entfallenden Nachbildungen von Pensionsrückstellungen in Höhe von 1,0 Mio. € werden nicht hier, sondern unter den außerordentlichen Aufwendungen gezeigt. Die anderen Verwaltungsaufwendungen nahmen leicht um 0,1 % auf 34,6 Mio. € (Vorjahr 34,7 Mio. €) ab. Der Rückgang der Verwaltungsaufwendungen ist auf ein striktes Kostenmanagement zurückzuführen sowie auf die Entscheidung, von der Umsatzsteueroption auf Zinsen und Provisionen bei vorsteuerabzugsberechtigten Kunden Gebrauch zu machen.
Abschreibungen auf Sachanlagen
Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Anlagewerte lagen mit 5,6 Mio. € um 0,2 Mio. € (+3,5 %) nur geringfügig über dem Vorjahresniveau. Die höheren Abschreibungen sind Folge der Investitionen in neue IT-Systeme zur Verbesserung der Risikosteuerung sowie zur Kundenbetreuungs- und Vertriebsunterstützung der Bank. Die Kosten-Ertrags-Relation verbesserte sich aufgrund reduzierter Verwaltungsaufwendungen bei gleichzeitig um 1,4 Mio. € (+0,9 %) auf 152,4 Mio. € gestiegenen Roherträgen von 65,5 % auf 63,4 % und liegt damit in der angestrebten Bandbreite von 60 % bis 65 %.
Sonstiger betrieblicher Aufwand
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich um 1,2 Mio. € (-77,8 %). Sie bewegen sich damit wieder auf einem Normalniveau. Im Vorjahr waren die sonstigen betrieblichen Aufwendungen durch Sondereffekte belastet.
Risikovorsorge
Die Aufwendungen für die Risikovorsorge nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 10,8 % auf 21,1 Mio. € zu. Im Kreditgeschäft wurde allen erkennbaren Risiken durch Bildung von Einzelwertberichtigungen und Rückstellungen Rechnung getragen. Der für die Kreditrisikovorsorge aufzuwendende Betrag lag ohne Berücksichtigung der Aufwendungen für Pauschalwertberichtigungen mit 17,6 Mio. € um 1,8 Mio. € (-9,3 %) unter dem Vorjahr. Für Pauschalwertberichtigungen, die in ihrer Berechnung den steuerlichen Vorgaben folgen, wurde ein zusätzlicher Betrag in Höhe von 2,4 Mio. € dotiert. Der Wertpapierliquiditätsbestand und andere Positionen erforderten eine Risikovorsorge in Höhe von 1,1 Mio. € (Vorjahr 0,6 Mio. €).
Segmentrechnung der Bank
Firmenkunden, Wirtschaftlich Selbstständige und Privatkunden bilden die strategischen Geschäftsfelder der Bank. Die Organisation und die vertriebsbezogene bzw. rentabilitätsseitige Steuerung der Bank sind auf diese drei Geschäftsbereiche ausgerichtet.
2010 sind die betriebswirtschaftlichen Kalkulationskonzepte konsequent weiterentwickelt und die Kompatibilität von Risikosteuerung und Ergebnisrechnung zielgerichtet ausgebaut worden. Infolgedessen wurde die Margenkalkulation in den variabel verzinslichen Bereichen, gestützt auf die Analyse der statistischen Entwicklungen der letzten Jahre, angepasst. Dies fand auch in der Steuerung des Zinsänderungsrisikos Berücksichtigung. Darüber hinaus wurde mit der Einführung eines neuen Kreditportfoliomodells die risikoadjustierte Eigenkapitalallokation überarbeitet. Diese stützt sich auf die neu ermittelten Value-at-Risk-Werte aus dem Kreditportfolio und den Treasury-Portfolios sowie auf die Marktrisikopositionen. Darüber hinaus wurden auch die Geschäftsrisiken in Form eines überarbeiteten Earning-at-Risk-Konzepts berücksichtigt. Die Gewichtung der Eigenkapitalallokation bezüglich der beiden Risikobereiche stützt sich auf eine Analyse der Entwicklung der diesbezüglichen Basiswerte in den letzten 25 Jahren.
Die Berechnung der Zinsergebnisbeiträge aus Kredit- und Einlagengeschäften und der Eigenkapitalallokation für 2009 wurde auf die vergleichbaren Werte des Jahres 2010 angepasst. Durch die veränderte Zurechnung der Zinsergebnisbeiträge haben sich auch die in Teilen von den Roherträgen abgeleiteten Overhead-Umlagen und somit die Verwaltungsaufwendungen leicht geändert. Das der Renditeberechnung zugrunde liegende durchschnittlich gebundene Eigenkapital hat sich durch die Kapitalerhöhung zur Mitte des Jahres 2009 und durch die Rücklagendotierung zum Ende des letzten Geschäftsjahres deutlich um 35 Mio. € erhöht. Die daraus resultierende Belastung der Eigenkapitalrendite konnte durch die Steigerung des operativen Ergebnisses jedoch größtenteils wieder aufgefangen werden.
Die bisherige Zusammenfassung von Treasury und Sonstiges haben wir nunmehr getrennt. Unter Sonstiges werden das Ergebnis aus dem Alternativen Kreditportfolio, aus Beteiligungen und aus sonstigen Bereichen (z.B. aus Mieterträgen) abgebildet, die nicht unmittelbar mit der Funktion des Treasury in Verbindung stehen. Mit der Trennung soll auch der verstärkten Ergebnisverantwortung des Treasury Rechnung getragen werden.
2010 verbesserte sich das Zinsergebnis im Firmenkundengeschäft und im Geschäft mit Wirtschaftlich Selbstständigen wachstumsbedingt, während sich das Zinsergebnis im Privatkundengeschäft leicht, im Treasury hingegen deutlich verringerte. Das Zinsergebnis des Treasury reduzierte sich in Verbindung mit einem Ergebnisrückgang bei der Fristentransformation (5,1 Mio. € nach zuvor 11,3 Mio. €) signifikant von 16,2 Mio. € auf 9,6 Mio. €. Der Rückgang in der Fristentransformation ist auf das nachhaltig niedrige Zinsniveau auf der gesamten Zinskurve zurückzuführen. Verstärkt wurde diese Entwicklung durch hohe Tilgungen höher verzinslicher Festzinskredite bei gleichzeitig niedrigeren Verzinsungen im Darlehensneugeschäft. Das Zinsergebnis aus den Eigenanlagen nahm in Verbindung mit dem niedrigen Zinsniveau ebenfalls um 1,5 Mio. € ab. Das Provisionsergebnis entwickelte sich in allen Kundensegmenten erfreulich, insbesondere im Privatkundengeschäft und im Firmenkundengeschäft. Das Betriebsergebnis verbesserte sich im Firmenkundengeschäft aufgrund gestiegener Roherträge und spürbar rückläufiger Risikovorsorge von 12,6 Mio. € auf 22,0 Mio. €. Die Cost-Income-Ratio konnte parallel dazu in diesem Segment von 54,7 % auf 48,8 % gesenkt und die Eigenkapitalrendite trotz deutlich erhöhter Eigenkapitalallokation auf 17,6 % verbessert werden. Im Geschäft mit Privatkunden verbesserte sich die Rendite aufgrund deutlich gesteigerter Provisionserträge und leicht rückläufiger Verwaltungsaufwendungen auf 16,5 %. Die rückläufige Rendite im Geschäft mit Wirtschaftlich Selbstständigen resultierte primär aus höherer Risikovorsorge, die den erreichten Rohertragszuwachs aufzehrten. Mit 12,7 % liegt die Eigenkapitalrendite in diesem Segment nahe an der Zielbandbreite von 15 % bis 20 %. Im Firmenkunden- und im Privatkundengeschäft ist dieser Zielkorridor bereits erreicht.
Segmentrechnung
| Beträge in Mio. € | Firmenkunden | Wirtschaftlich Selbstständige | Privatkunden | Treasury | Sonstiges | Gesamtbank | ||||||
| 2009 | 2010 | 2009 | 2010 | 2009 | 2010 | 2009 | 2010 | 2009 | 2010 | 2009 | 2010 | |
| Zinsergebnis | 50,7 | 51,2 | 17,2 | 18,5 | 23,8 | 22,6 | 16,2 | 9,6 | 2,1 | 0,7 | 110,0 | 102,6 |
| Provisionsergebnis | 13,1 | 16,2 | 6,5 | 6,6 | 19,4 | 22,7 | 0,7 | 0,9 | 0,0 | 0,0 | 39,7 | 46,4 |
| Sonstige Erträge und Aufwendungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 1,2 | 3,5 | 1,3 | 3,5 |
| Verwaltungsaufwendungen | -34,9 | -32,9 | -19,8 | -20,1 | -39,8 | -37,4 | -3,1 | -4,2 | -1,3 | -2,1 | -98,9 | -96,7 |
| Risikoergebnis | -16,3 | -12,5 | -1,1 | -2,3 | -1,8 | -1,8 | 3,5 | -2,1 | -3,3 | -2,4 | -19,0 | -21,1 |
| Betriebsergebnis | 12,6 | 22,0 | 2,8 | 2,7 | 1,7 | 6,1 | 17,3 | 4,2 | -1,3 | -0,3 | 33,1 | 34,7 |
| Außerordentliches Ergebnis | -9,8 | -10,1 | -9,8 | -10,1 | ||||||||
| Kosten-Ertrags-Relation | 54,7% | 48,8% | 83,6% | 79,9% | 92,2% | 82,7% | 18,3% | 40,5% | 38,7% | 49,4% | 65,5% | 63,4% |
| Zugerechnetes Eigenkapital (ohne Nachrangdarlehen) | 92,7 | 125,5 | 18,0 | 21,6 | 31,9 | 36,7 | 26,9 | 35,8 | 70,1 | 55,2 | 239,6 | 274,8 |
| Eigenkapitalrendite | 13,6% | 17,6% | 15,3% | 12,7% | 4,9% | 16,5% | 62,2% | 11,5% | -15,7% | -18,8% | 9,6% | 8,9% |




