Geschäftsbericht 2004/2005 / Konzernlagebericht / Entwicklung und Lage der AG

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5 Entwicklung und Lage der AG

Die SinnerSchrader AG ist die geschäftsführende Holding des SinnerSchrader-Konzerns. Ihre Geschäftstätigkeit umfasst im Schwerpunkt die Steuerung und Kontrolle der operativen Konzerngesellschaften und deren Finanzierung, die Verwaltung und Steuerung der Konzernliquidität, die Führung der inländischen steuerlichen Organschaft, die Bereitstellung und Verwaltung der von den Konzerngesellschaften gemeinschaftlich genutzten Infrastrukturen, insbesondere der Büroräumlichkeiten, die zentrale Erbringung administrativer Dienstleistungen sowie die Wahrnehmung zentraler Konzernaufgaben wie z.B. der Investor-Relations-Arbeit.

 

Zwischen der SinnerSchrader AG und den inländischen Tochtergesellschaften, der SinnerSchrader Deutschland GmbH, der SinnerSchrader Neue Informatik GmbH, der SinnerSchrader Studios GmbH und der SinnerSchrader Studios Frankfurt GmbH, bestehen direkt oder indirekt Ergebnisabführungsverträge, sodass sich die Ergebnisse aus dem operativen Geschäft jeweils als Erträge aus Gewinnabführungen bzw. Aufwendungen aus Verlustübernahmen auch in dem Einzelergebnis der AG des jeweiligen Berichtsjahres niederschlagen.

 

In Bezug auf die Bereitstellung von Infrastruktur und auf die zentrale Erbringung administrativer Dienstleistungen steht die SinnerSchrader AG im direkten Geschäftsverkehr mit den inländischen Tochtergesellschaften, stellt diesen die erbrachten Leistungen in Rechnung und erwirtschaftet daraus eigene Umsätze.

 

Das Jahresergebnis der AG, ermittelt nach den deutschen Rechnungslegungsvorschriften, belief sich im Geschäftsjahr 2004/2005 auf 5,6 Mio. € nach einem Jahresfehlbetrag von rd. –0,46 Mio. € im Vorjahr. Dieser erhebliche Ergebnissprung ist in erster Linie auf zwei besondere Faktoren zurückzuführen:

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  • Die Bewertung des Beteiligungsansatzes für die SinnerSchrader Deutschland GmbH, die als Muttergesellschaft der SinnerSchrader Neue Informatik GmbH, der SinnerSchrader Studios GmbH und der SinnerSchrader Studios Frankfurt GmbH und aus eigener Geschäftstätigkeit das gesamte operative Geschäft umfasst, ergab zum 31. August 2005 einen Wert von 11,5 Mio. € gegenüber einem Wertansatz von 8,0 Mio. € aus der Bilanz zum 31. August 2004. Der Wertzuwachs steht im Zusammenhang mit der deutlichen Verbesserung der Profitabilität im Berichtsjahr und der Geschäftsaussichten für die kommenden Jahre sowie mit der angesichts des dauerhaft niedrigen Zinsniveaus notwendig gewordenen Anpassung des bei der Bewertung anzusetzenden Diskontierungszinssatzes. Vor dem Hintergrund eines ursprünglichen Beteiligungswerts von 24,8 Mio. € bestand nach den deutschen Rechnungslegungsvorschriften zum 31. August 2005 ein Wertaufholungsgebot, so dass die 3,5 Mio. € Werterhöhung ergebniswirksam zuzuschreiben waren. Der Ergebnisausweis erfolgte in den sonstigen betrieblichen Erträgen. Im Vorjahr hatte die Bewertung der SinnerSchrader Deutschland GmbH keinen Anlass zu einer Veränderung des Beteiligungsansatzes ergeben, sodass im Vorjahr kein entsprechender Ergebnisbeitrag anfiel.
  • Im Geschäftsjahr 2004/2005 hat die SinnerSchrader AG 455.235 von 605.600 eigenen Aktien, die zum 31. August 2004 im Bestand waren, zu einem durchschnittlichen Kurs von 3,68 € an der Börse veräußert und 19.018 eigene Aktien zu einem Kurs von 2,76 € an Mitarbeiter im Rahmen von Optionsausübungen ausgegeben. Die verkauften Aktien standen mit einem Kurs von 1,53 € zu Buche, sodass aus dem Verkauf bzw. der Ausgabe eigener Aktien ein Ertrag in Höhe von rd. 1 Mio. € entstand, der ebenfalls unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen ist. Im Geschäftsjahr 2003/2004 war durch die Ausübung von Mitarbeiteroptionen lediglich ein Ertrag von knapp 0,01 Mio. € entstanden.
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Über diese beiden Faktoren hinaus haben sich auch die positive Entwicklung des operativen Geschäftes der Konzerngesellschaften sowie eigene Kostenanstrengungen in der Gewinn- und Verlustrechnung der AG niedergeschlagen. Zum einen hat sich die mit der Neugestaltung der Konzernorganisation zum 1. April 2004 eingeführte vervollständigte Verrechnung von Zentralleistungen erstmals auf ein ganzes Geschäftsjahr ausgewirkt und die Umsatzerlöse der AG aus der Erbringung dieser Leistungen von 1,6 Mio. € in 2003/2004 um 0,7 Mio. € auf 2,3 Mio. € in 2004/2005 steigen lassen. Zum anderen erhöhte sich der Ertrag aus Ergebnisabführungen aufgrund der Verbesserung der Ertragslage bei den Tochtergesellschaften um gut 1 Mio. € von 0,8 Mio. € auf 1,8 Mio. € im Berichtsjahr.

Die positiven Ertragsfaktoren wurden noch durch Verbesserungen auf der Kostenseite ergänzt. In allen Kostenpositionen – Materialkosten, Personalkosten, Abschreibungen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen - lagen die Umfänge des Geschäftsjahres 2004/2005 unter denen des Vorjahres. Dadurch ergab sich insgesamt ein Beitrag zur Ergebnisverbesserung um knapp 0,45 Mio. €.

Einziger negativer Effekt in der Ergebnisentwicklung war die deutliche Verringerung des Ergebnisses aus der Anlage der Liquiditätsreserve und aus der Finanzierung der Tochtergesellschaften: Der Gesamtertrag belief sich im Geschäftsjahr 2004/2005 auf 0,2 Mio. €, 0,1 Mio. € davon aus dem Verkauf von sonstigen Wertpapieren in den sonstigen betrieblichen Erträgen, 0,1 Mio. € aus sonstigen Zinsen und zinsähnlichen Erträgen sowie gegenläufig 0,02 Mio. € aus Zinsen und ähnlichen Aufwendungen. Im Vorjahr waren saldiert noch 0,8 Mio. € Ertrag erwirtschaftet worden. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die Reduzierung der Liquiditätsreserve durch die Kapitalrückzahlung an die Aktionäre Anfang November 2004 im Umfang von 20,8 Mio. € sowie zusätzlich auf die weitere Abschwächung des Zinsniveaus zurückzuführen.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit belief sich insgesamt auf 5,6 Mio. €. Da wesentliche Ergebnisbestandteile wie z.B. die Erträge aus der Beteiligungsaufwertung und aus dem Verkauf der eigenen Aktien nicht zu versteuernde Erträge darstellten, konnten die steuerbaren Bestandteile durch die bestehenden steuerlichen Verlustvorträge abgedeckt werden, sodass im Geschäftsjahr 2004/2005 keine Ertragsteuern anfielen.

In der nach § 58 Abs. 2 und 2a Aktiengesetz (AktG) in Verbindung mit der Satzung der SinnerSchrader AG zulässigen Höhe wurde von dem Jahresüberschuss von 5,6 Mio. € ein Betrag von 5,1 Mio. € in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt. Der verbleibende Betrag von 0,5 Mio. € wurde auf neue Rechnung vorgetragen.

Durch den Jahresüberschuss hat sich das Eigenkapital wieder signifikant von 15,5 Mio. € am 31. August 2004 auf 21,1 Mio. € am 31. August 2005 erhöht, nachdem es im Vorjahr durch den Beschluss zur Kapitalrückzahlung an die Aktionäre um 20,8 Mio. € verringert worden war.

Neben der Dotierung der anderen Gewinnrücklagen gem. § 58 AktG haben sich diese im Zuge des Verkaufes der eigenen Anteile um den Betrag von 0,75 Mio. € erhöht, um den die Rücklage für eigene Anteile zu reduzieren war. Die Entnahme aus der Rücklage für eigene Anteile führte zu einer Einstellung in die Gewinnrücklagen, weil die ursprüngliche Bildung der Rücklage für eigene Anteile bei Kauf der Aktien zulasten der anderen Gewinnrücklagen erfolgt war.

Die Passivseite der Bilanz hat sich darüber hinaus vor allem durch die Begleichung der Verbindlichkeit gegenüber Aktionären von 20,8 Mio. € verändert. Nach Ablauf der gesetzlich vorgeschriebenen Wartefrist konnte der Betrag aus der von der Hauptversammlung beschlossenen Kapitalrückzahlung im November 2004 ausgezahlt werden. Darüber hinaus verringerten sich die sonstigen Rückstellungen um mehr als die Hälfte auf 0,8 Mio. € zum 31. August 2005. Die im Unterschied zum US-GAAP-Abschluss bereits in den Vorjahren zurückgestellten Beträge für Mietleerstandskosten am Standort Hamburg und für die Kosten der Sonderkündigung des entsprechenden Mietvertrags wurden verbraucht bzw. nach Ausspruch der Kündigung zu Verbindlichkeiten.

Die Entwicklung der Vermögenswerte wurde von der Aufwertung der Anteile an verbundenen Unternehmen von 8,0 Mio. € auf 11,5 Mio. € und vom Rückgang der Liquiditätsreserve, bestehend aus Guthaben bei Kreditinstituten und sonstigen Wertpapieren des Umlaufvermögens, um 17,5 Mio. € dominiert. Zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen zählen die Beteiligungen an der SinnerSchrader Deutschland GmbH und den beiden ausländischen Tochtergesellschaften SinnerSchrader UK Ltd. und SinnerSchrader Benelux BV. Während sich aufgrund der Entwicklung des inländischen Geschäftes in Bezug auf die SinnerSchrader Deutschland GmbH die Notwendigkeit zur Wertaufholung ergab, sind die ausländischen Tochtergesellschaften wie im Vorjahr ohne operatives Geschäft und daher unverändert mit null bewertet. In Bezug auf die Liquiditätsreserve konnte der Mittelabfluss an die Aktionäre durch Mittelzuflüsse aus der Geschäftstätigkeit der AG, aus den Gewinnabführungsverpflichtungen der Tochtergesellschaften sowie aus der Liquiditätsanlage, aus dem Verkauf der eigenen Aktien (rd. 1,7 Mio. €) und aus einer Steuerrückzahlung (rd. 0,45 Mio. €) teilweise kompensiert werden. Insgesamt stand der AG zum 31. August 2005 eine Liquiditätsreserve in Höhe von 8,4 Mio. € zur Verfügung.

Die Eigenkapitalquote der SinnerSchrader AG betrug zum 31. August 2005 knapp 94 %.

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