4.4 Cashflow, Vermögens- und Finanzlage
Der Cashflow des Geschäftsjahres 2004/2005 und die Veränderung der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns vom 31. August 2004 bis zum 31. August 2005 waren geprägt von der Rückzahlung von Eigenkapital aus der Kapitalrücklage an die Aktionäre im Umfang von 20,8 Mio. € und von dem im zeitlichen Zusammenhang erfolgten Verkauf eines Großteils der eigenen Aktien.
Die Eigenkapitalrückzahlung war von der Hauptversammlung im Januar 2004 beschlossen worden und wurde Anfang November 2004 im Rahmen einer Sonderausschüttung an die Aktionäre umgesetzt. Die Kapitalflussrechnung zeigt im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit den Verbrauch an liquiden Mitteln in Höhe der Sonderausschüttung, die durch einen Verkauf von Wertpapieren des Umlaufvermögens mit entsprechender Auswirkung im Cashflow aus Investitionstätigkeit bereitgestellt wurden.
Die korrespondierende Reduzierung des Eigenkapitals war bereits in der Bilanz zum 31. August 2004 aufgrund der mit Eintragung des Beschlusses der Hauptversammlung im April 2004 entstandenen Verpflichtung zur Auszahlung gegen Einbuchung von Verbindlichkeiten gegenüber Aktionären bilanziert worden. Mit Überweisung des Betrages der Sonderausschüttung an die Aktionäre am 8. November 2004 wurde die Verbindlichkeit erfüllt, die Liquiditätsreserve verringert und damit die Gesamtbilanz entsprechend um gut 20,8 Mio. € verkürzt.
Gegenläufig zu dem Mittelabfluss und zur Bilanzverkürzung aus der Sonderausschüttung wirkte der in den letzten beiden Wochen vor dem 8. November 2004 erfolgte Verkauf eigener Aktien über die Börse. Nachdem Verhandlungen zur Übernahme anderer Unternehmen gegen eigene Aktien bis Mitte Oktober nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnten, wurden aus dem Bestand von 605.600 eigenen Aktien vom 31. August 2004 455.235 eigene Aktien zu einem Durchschnittskurs von 3,68 € je Aktie über die Börse verkauft. Darüber hinaus kam es zu verschiedenen Zeitpunkten im Geschäftsjahr 2004/2005 im Umfang von 19.018 Aktien zu Ausübungen von Mitarbeiteroptionen gegen Zahlung eines durchschnittlichen Ausübungspreises von 2,76 €, die aus dem Bestand an eigenen Aktien bedient wurden. SinnerSchrader hatte die Aktien in Vorjahren zu einem Durchschnittskurs von 1,53 € über die Börse erworben.
Dies führte zu einem im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesenen Mittelzufluss im Geschäftsjahr 2004/2005 in Höhe von insgesamt 1,7 Mio. €. In dieser Höhe hat die Veräußerung der eigenen Aktien auch zu einem Eigenkapitalzuwachs geführt, der sich in einer Reduzierung des Abzugspostens für eigene Anteile um 0,7 Mio. € sowie einer Erhöhung der Kapitalrücklage um 1,0 Mio. € zeigt. Zusammen mit der Erhöhung des Eigenkapitals durch den Jahresüberschuss wuchs das Eigenkapital im Geschäftsjahr 2004/2005 um insgesamt knapp 2,3 Mio. € und erreichte zum 31. August 2005 einen Stand von 10,3 Mio. € gegenüber 8,05 Mio. € zum 31. August 2004.
Der ausgehend vom Jahresüberschuss abgeleitete Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2004/2005 2,6 Mio. €. Neben den Abschreibungen in Höhe von 0,5 Mio. €, einer Reduzierung der Mittelbindung in den Vermögenspositionen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und noch nicht abgerechnete Leistungen um rd. 0,4 Mio. € und einer Steuerrückzahlung von rd. 0,4 Mio. € war es vor allem die Tatsache, dass noch nicht alle aufwandswirksamen Positionen bis zum 31. August 2005 auch zahlungswirksam geworden waren und mithin eine Erhöhung der kurzfristigen Verbindlichkeiten- und Rückstellungspositionen um zusammen rd. 1,0 Mio. € bewirkten, die zu dem deutlich über dem Jahresüberschuss liegenden Cashzufluss aus der operativen Tätigkeit führte.
Die Investitionen in das Anlagevermögen beliefen sich im Geschäftsjahr 2004/2005 auf 0,2 Mio. € und betrafen vor allem EDV-Software und -Hardware. Im Vergleich zum Vorjahr wurden damit knapp 0,1 Mio. € mehr investiert, was insbesondere auf den Aufbau eigener Rechnerkapazität für den Betrieb von Kundenwebsites zurückzuführen ist. Wie in den Vorjahren lag aber auch in 2004/2005 das Investitionsvolumen deutlich unter dem Niveau der Abschreibungen. Neben einem restriktiven Investitionsverhalten zeigt sich darin, dass die Abschreibungen in 2004/2005 noch durch die Mietereinbauten in die Büroräumlichkeiten in Hamburg geprägt waren, denen keine Ersatz- bzw. Neuinvestitionen gegenüberstanden. Das Anlagevermögen ging entsprechend von 1,3 Mio. € am 31. August 2004 weiter auf 1,0 Mio. € am 31. August 2005 zurück.
Zusammengefasst stellt sich die Vermögens- und Finanzlage des SinnerSchrader-Konzerns zum 31. August 2005 trotz des erheblichen Abflusses liquider Mittel und von Eigenkapital durch die Rückzahlung an die Aktionäre weiterhin äußerst solide dar. Von dem Gesamtvermögen von 13,7 Mio. € entfielen auf die Liquiditätsreserve aus liquiden Mitteln und Wertpapieren des Umlaufvermögens 10,6 Mio. € oder rd. 77 %. Die Mittel waren im Verlauf des Jahres und zum 31. August 2005 unverändert mit einer durchschnittlichen Zinsbindungsfrist von nicht über drei Monaten in Termingelder sowie Geldmarkt- und geldmarktähnliche Genussscheinfonds guter Bonität angelegt.
Das Vermögen war zum 31. August 2005 zu 75 % mit Eigenkapital finanziert. Die Bilanz enthielt wie auch schon in den Vorjahren keine Finanzschulden.
Abb. 13a | Bilanz zum 31.08.2004 in Mio. €
Abb. 13b | Bilanz zum 31.08.2005 in Mio. €