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4.2 Operatives Ergebnis

Nach Rückkehr in die operative Gewinnzone im vierten Quartal des Vorjahres, hat SinnerSchrader im Geschäftsjahr 2004/2005 alle Quartale mit einem positiven Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungseffekten aus Akquisitionen (EBITA) abgeschlossen. Dabei zeigte sich auch im EBITA über die Quartale ein Wachstumstrend.

 

Insgesamt erreichte SinnerSchrader 2004/2005 ein EBITA von knapp 0,2 Mio. € und verbesserte damit sein operatives Ergebnis gegenüber 2003/2004 um knapp 1,6 Mio. €. Dass der Anstieg im (Brutto-)Umsatz um 2,0 Mio. € zu fast 80 % auf das operative Ergebnis durchschlagen konnte, ist auf Kosten- und Effizienzverbesserungen in allen Bereichen zurückzuführen.

 

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Abb. 9 | Umsatzverteilung nach Branchen in %

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Abb. 10 | EBITA-Entwicklung nach Quartalen in T€

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Die Bruttomarge, das Verhältnis aus Bruttoergebnis zu (Brutto-)Umsatz, stieg um 3,2 Prozentpunkte von 29,6 % im Vorjahr auf 32,8 % im Berichtsjahr. Daran ist zum einen erkennbar, dass das starke Umsatzwachstum im Mediageschäft nicht mit Margenzugeständnissen erkauft wurde. Zum anderen wirkten sich eine um 2,5 Prozentpunkte bessere Auslastung der operativen Kapazitäten und weitere Fortschritte bei den effektiv realisierten Tagessätzen aus. Die positive Entwicklung der operativen Relationen wird zusammengefasst in der Entwicklung des (Brutto-)Umsatzes je produktiven Vollzeitmitarbeiter erkennbar: Bei annähernd gleicher Kapazität (rd. 107 produktive Vollzeitmitarbeiter in 2004/2005 gegenüber 108 in 2003/2004) wuchs der Umsatz je produktiven Vollzeitmitarbeiter von 114 T€ in 2003/2004 auf 134 T€ im Berichtsjahr um gut 17 % und damit um rd. einen Prozentpunkt stärker als der Umsatz.

 

Der Zuwachs im Bruttoergebnis um 1,0 Mio. € wurde durch Kosteneinsparungen bei den Vertriebs- und Verwaltungskosten von 0,1 Mio. € bzw. knapp 0,2 Mio. € sowie bei den Restrukturierungskosten um 0,2 Mio. € ergänzt. Bei den Vertriebskosten wirkte sich vor allem die Verringerung der Anzahl dedizierter Vertriebsmitarbeiter im Zuge der Einführung der neuen Organisationsstruktur im April 2004 Kosten mindernd aus. Der Wegfall der Einmalkosten für Konzeption und Umsetzung dieser neuen Organisationsstruktur trug wesentlich zur Verringerung der Verwaltungskosten bei.

 

Auch für das Geschäftsjahr 2004/2005 fielen noch einmal Restrukturierungskosten im Umfang von 0,35 Mio. € an, allerdings 0,2 Mio. € weniger als im Vorjahr. Von den Restrukturierungskosten in 2004/2005 standen 0,3 Mio. € im Zusammenhang mit der notwendigen Verringerung der Mietleerstandskosten am Standort Hamburg. Ein Sonderkündigungsrecht zum 30. Juni 2006 für das Hamburger Büro, das bei über 6.000 Quadratmetern Bürofläche nur zu 50 % genutzt werden kann, ist mietvertraglich mit der Verpflichtung zur Zahlung einer Abfindung in Höhe von 0,3 Mio. € verbunden. Nach Ausspruch der Kündigung in 2004/2005 war eine entsprechende Rückstellung zu bilden, die aufgrund der spezifischen Struktur der Bürofläche und der einschlägigen US-GAAP-Regeln nicht bereits früher berücksichtigt werden konnte.

 

Der verbleibende Betrag von 0,05 Mio. € betraf Rückstellungserhöhungen im Zusammenhang mit Arbeitsgerichtsverfahren zu Personalmaßnahmen aus vorangegangenen Geschäftsjahren, die bis zum 31. August 2005 noch nicht abgeschlossen werden konnten. Neue Kapazitätsanpassungsschritte waren im Geschäftsjahr 2004/2005 nicht mehr notwendig. Im ersten Halbjahr des Vorjahres hatte SinnerSchrader die Personalkapazität ein letztes Mal nach unten anpassen müssen und dafür in 2003/2004 rd. 0,55 Mio. € an Restrukturierungskosten getragen.

 

Einzig für Forschung und Entwicklung hat SinnerSchrader in 2004/2005 knapp 0,05 Mio. € mehr aufgewandt als im Vorjahr und im Segment Interaktive Software die Arbeit an wieder verwendbaren Softwarekomponenten intensiviert.

 

Mit 0,1 Mio. € trugen die sonstigen Erträge und Aufwendungen - im Wesentlichen Rückstellungsauflösungen und andere periodenfremde Erträge - zum EBITA-Anstieg bei.

 

Die Entwicklung der betrieblichen Kosten in der Aufteilung nach Kostenarten zeigt im Vergleich zum Vorjahr, dass SinnerSchrader auch im Hinblick auf das Ziel einer stärkeren Flexibilisierung der Kostenstruktur Fortschritte erzielt hat. Während die Personalkosten (ohne die jeweiligen Anteile der Restrukturierungskosten von 0,05 Mio. € in 2004/2005 und 0,55 Mio. € in 2003/2004) trotz des Umsatzwachstums im Geschäftsjahr 2004/2005 nicht wesentlich über den Wert des Vorjahres von 7,8 Mio. € hinausgingen, erhöhten sich die Kosten für eingekaufte Dienstleistungen und Waren (ohne Mediakosten) um 25 % von gut 0,6 Mio. € auf 0,8 Mio. €. Hinzu kommt eine deutliche Zunahme der Mediakosten von rd. 42 %, in der sich das starke Umsatzwachstum mit Mediadienstleistungen widerspiegelt.

 

Die Abschreibungen nahmen infolge der restriktiven Investitionspolitik der Vorjahre weiter um rd. 14 % auf noch 0,5 Mio. € in 2004/2005 ab. Und auch bei den sonstigen betrieblichen Kosten ergaben sich mit 2,6 Mio. € in 2004/2005 keine Kostenerhöhungen gegenüber dem Vorjahr (ohne Restrukturierungsbestandteile von 0,3 Mio. € in 2004/2005 und 0,01 Mio. € in 2003/2004).

 

Trotz der insgesamt erfreulichen Entwicklung des operativen Ergebnisses konnte im Geschäftsjahr 2004/2005 noch keine befriedigende Umsatzrendite erzielt werden. Das EBITA machte lediglich 1,2 % vom (Brutto-)Umsatz aus. Dies ist zu einem wesentlichen Teil darauf zurückzuführen, dass SinnerSchrader auch noch in 2004/2005 erhebliche Aufwendungen für die zu großen Mietflächen des Büros in Hamburg zu tragen hatte, die durch die bereits genannten Rückstellungen für die Nutzung des Sonderkündigungsrechts noch erhöht wurden. Die Raumkosten einschließlich der Rückstellungsbildung und der Abschreibungen auf Mietereinbauten beliefen sich im Geschäftsjahr 2004/2005 auf gut 1,8 Mio. € oder 12,9 % vom Bruttoumsatz. Bei einer größenadäquaten Raumsituation, die SinnerSchrader erst nach der Sonderkündigung zum 30. Juni 2006 im Verlauf des kommenden Jahres herstellen kann, lägen die Mietkosten bei ca. der Hälfte der aktuellen Raumkosten.

 

Da die Leerstandskosten nicht auf die operativen Segmente verrechnet werden, sondern in der AG verbleiben, geben die Segmentergebnisse einen besseren Eindruck von der bereits wieder erreichten Profitabilität: Insgesamt erreichten die operativen Segmente im Geschäftsjahr 2004/2005 eine operative Umsatzrendite (EBITA im Verhältnis zum Bruttoumsatz mit externen Kunden) von 12,7 %, wobei die Interaktive Software 11,9 %, das Interaktive Marketing 8,5 % und die Interaktiven Dienste 17,7 % erzielten.

 

Nach Wegfall der Abschreibungseffekte aus der Netmatic-Akquisition im Jahr 2001, die letztmalig im Vorjahr in Form der Amortisationen des Ausgleichspostens für Mitarbeitervergütung anfielen, entsprach das EBITA im Jahr 2004/2005 dem EBIT, d. h. dem Ergebnis vor Zinsen und Steuern.

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Abb. 11 | EBITA-Überleitung 2003/2004 nach 2004/2005 in Mio. €

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