3 Markt- und Wettbewerbsumfeld
Im Geschäftsjahr 2004/2005 hat sich das Marktumfeld für SinnerSchrader spürbar verbessert. Die zu Beginn des Geschäftsjahres im Herbst 2004 verfügbaren Prognosen zum Wirtschaftswachstum und zur Entwicklung im IT- und Werbemarkt im Jahr 2004 wurden nur geringfügig unterschritten. Negative Überraschungen zum Ende des Kalenderjahres blieben im Unterschied zu den Vorjahren aus. So erreichte im Jahr 2004 das reale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts [Statistisches Bundesamt, 23. August 2005"] in Deutschland 1,6 %, der IT-Markt [Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. – (BITKOM), Branchenkennzahlen, Stand Herbst 2005, 24. Oktober 2005] und die Werbeausgaben [Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW), ZAW-Jahrbuch „Werbung in Deutschland 2005“] wuchsen im gleichen Zeitraum um 1,6 % bzw. 1,1 %.
Zwar scheint sich das gesamtwirtschaftliche Wachstum in 2005 wieder verlangsamt zu haben – Bundesregierung und Wirtschaftweisen gehen derzeit für 2005 von einem realen BIP-Wachstum von 0,8 % aus. Die Dynamik in den für SinnerSchrader relevanten Teilmärkten IT und Werbung/Marketing wird aber von den jeweiligen Branchenverbänden als zumindest stabil erachtet: Die aktuelle Prognose für den IT-Markt sieht für 2005 einen Anstieg des Marktvolumens von 3,1 %; im Werbemarkt wird für 2005 ein Zuwachs um 1 % gesehen. Für die Geschäftsentwicklung und –aussichten von SinnerSchrader entfalten vor allem die Entwicklungen in den jeweiligen auf das Internet bezogenen Teilsegmenten des IT- und Werbemarkts ihre Wirkung.
So nahmen beispielsweise die Einnahmen der Onlinewerbeträger in Deutschland, ein Bestandteil der oben referenzierten Werbeausgaben, im Jahr 2004 um 10,2 % gegenüber dem Vorjahr zu. Darin noch nicht erfasste Ausgaben für neue Werbeformen des Internets wie Suchmaschinen- oder Affiliatemarketing [Onlinevermarkterkreis (OVK), 2. August 2005] stiegen 2004 um mehr als 40 %. Für 2005 wird eine ähnliche Wachstumsgeschwindigkeit erwartet. Daran zeigt sich ein Trend zur Umschichtung von Werbeausgaben zugunsten des Internets, den SinnerSchrader auch in seinen Kundenbeziehungen bestätigt findet.
Ähnliches lässt sich auch für den IT-Markt feststellen. In einer vom Bundesministerium für Arbeit geförderten Studie der Universität Freiburg [Universität Freiburg, Electronic Commerce Enquete 2005] gaben rd. 60 % der antwortenden Unternehmen an, den Anteil an internetbezogenen IT-Investitionen und –ausgaben in den kommenden zwei Jahren erhöhen zu wollen.
Die für die internetbezogenen Marktsegmente der IT- und Werbebranche genannten Entwicklungen bzw. Erwartungen reflektieren die ungebrochene Zunahme der Verbreitung des Internets als Kommunikations- und Transaktionsplattform: Der Anteil der Bevölkerung, der über einen Zugang zum Internet verfügt, hat nach Daten der Forschungsgruppe Wahlen von Oktober 2004 bis Oktober 2005 um drei Prozentpunkte auf 64 % zugenommen; der Umsatz aus Transaktionen mit Waren, Dienstleistungen und Informationen mit Endkunden (B2C-Umsatz) wird nach dem Zahlenspiegel 2005 des Hauptverbands des deutschen Einzelhandels im Jahr 2005 um 11,5 % auf 14,5 Mrd. € ansteigen.
Die Verbesserung des Umfelds für die Geschäftstätigkeit von SinnerSchrader hat sich damit nach dem Einsetzen im Jahr 2004 in 2005 fortgesetzt und es sind keine Anzeichen erkennbar, die in absehbarer Zukunft eine erneute Verschlechterung erwarten lassen.
Angesichts einer weiterhin fragmentierten Anbieterlandschaft und der Tatsache, dass sich in neu entstehenden Geschäftsbereichen wie z.B. im Suchmaschinenmarketing auch neue Marktteilnehmer etablieren, hat die Marktbelebung im Geschäftsjahr 2004/2005 noch nicht zu einer nachhaltigen Veränderung der Wettbewerbsintensität und mithin der erzielbaren Preise geführt.
Abb. 2 | Marktentwicklung und BIP in Deutschland in %
Abb. 3 | B2C-/E-Commerce-Umsätze 2001 bis 2005e in Mio. €