Geschäftsbericht 2007/2008 / SinnerSchrader 2007/2008 / Brief an die Aktionäre

Matthias Schrader, Vorstandsvorsitzender und Thomas Dyckhoff, Finanzvorstand
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Brief an die Aktionäre



Sehr geehrte Aktionäre,




die Berichterstattung über das Geschäftsjahr 2007/2008 fällt in eine Zeit großer Verwerfungen an den Finanzmärkten, die erhebliche Verunsicherung über die konjunkturelle Entwicklung in den kommenden Monaten und Jahren hervorgerufen haben. Viele Unternehmen haben wenig erfreuliche Zahlen veröffentlicht und zurückhaltende bis pessimistische Prognosen abgegeben. Die Aktienkurse an den Börsen gaben weltweit teilweise erheblich nach. Nicht so der Kurs der SinnerSchrader-Aktie, der sich im Zeitraum des Geschäftsjahres bis zum 31. August 2008 um 7 % auf 1,68 € verbessert hat und mit vergleichsweise geringen Abschlägen durch die Turbulenzen der letzten Wochen gekommen ist.


Darin drückt sich zweierlei aus: Erstens, dass die Entwicklung des Internets bei Weitem noch nicht abgeschlossen ist und es seinerseits Veränderungsprozesse in Gang setzt. Dies bedeutet Geschäftschancen für diejenigen Unternehmen, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, die Veränderungen mitzugestalten und andere Unternehmen dabei zu unterstützen, sie für sich optimal zu nutzen. Und zweitens, dass SinnerSchrader durch ein sehr gutes Geschäftsjahr 2007/2008 in der Folge einer vierjährigen, stabilen Aufwärtsentwicklung unter Beweis gestellt hat, dass es die Chancen dieser Entwicklung zu nutzen weiß und in wachsende Geschäftsergebnisse umsetzen kann.

SinnerSchrader hat sich als Interaktivagentur zum Ziel gesetzt, andere Unternehmen im Bereich Marketing und Vertrieb in und durch die digitale Zukunft zu begleiten. Die Entwicklung des Internets zum Leitmedium für die Gewinnung, Betreuung und Bindung von Kunden bleibt daher der Antriebsimpuls für unser Geschäft. Was interaktive Medien leisten können, hat zuletzt der erfolgreiche Wahlkampf von Barack Obama in den USA gezeigt, der wie keine Kampagne zuvor auf das Internet und den einzelnen Bürger gesetzt hat. Er ist ein Lehrstück für das Marketing der digitalen Zukunft.

Auch in Deutschland gewinnt das Internet weiterhin stetig an Bedeutung. Es ist bei den 14- bis 19-Jährigen heute schon das Medium Nr. 1 – häufiger genutzt als Fernsehen, Tonträger oder Radio. Für Jugendliche ist das Internet ein Allroundmedium, das nahezu alle Medienbedürfnisse – Kommunikation, Unterhaltung, Information – befriedigt.

Bei den meisten Nutzern ist das Internet in den letzten drei Jahren vom Schreibtisch ins Wohnzimmer umgezogen. Zwischen 2005 und 2008 hat sich die nutzungsstärkste Zeit in den Feierabend verlagert – die klassische Primetime, die über mehr als eine Generation durch das Fernsehen dominiert wurde. Auch hier zeichnet sich eine radikale Veränderung der Mediennutzung ab.

Die fundamentalen Faktoren, die unser Geschäft vorantreiben, sind wirksam. Die Bedeutung des interaktiven Konsumenten wird weiter zunehmen und den Anpassungsdruck auf das Marketing erhöhen, diese Veränderung für sich zu nutzen. Es ist durchaus denkbar, dass dieser Prozess durch die negative konjunkturelle Entwicklung beschleunigt wird. Das Internet ist ein effizienter und leistungsorientierter Marketing- und Vertriebskanal – diese Eigenschaften gewinnen gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten für Investitionsentscheidungen erheblich an Relevanz.

Den Rückenwind aus dem Bedeutungszuwachs des Internets hat SinnerSchrader im Geschäftsjahr 2007/2008 genutzt und Umsatz und Ergebnis mit hohen Wachstumsraten ausgebaut. Der in diesem Geschäftsbericht vorgelegte Konzernabschluss weist gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzanstieg von 30 % und eine Steigerung des operativen Ergebnisses (EBITA) auf mehr als das Doppelte aus.

Der Bruttoumsatz erreichte mit 24,2 Mio. € ein neues Rekordniveau in der Unternehmensgeschichte. Das operative Ergebnis stieg auf 2,3 Mio. €, die operative Marge verbesserte sich auf einen Wert von 9,5 %. Mit diesen Resultaten haben wir die Ihnen an dieser Stelle vor einem Jahr für das Geschäftsjahr 2007/2008 gemachten Ankündigungen in allen Dimensionen klar übertroffen.

Rund zwei Drittel des Wachstums von Umsatz und EBITA haben wir organisch erreicht, insbesondere im Geschäft mit den großen Bestandskunden. Die im letzten Jahr eingeführte neue Organisationsstruktur hat bestehende Wachstumsbremsen gelöst. Die klare Formulierung unserer Vision und unserer Unternehmenskultur hat wesentlich dazu beigetragen, die bestehenden Potenziale der Organisation zu mobilisieren und am Markt neue Talente für SinnerSchrader zu gewinnen.

So gestärkt, haben wir im Geschäftsjahr 2007/2008 wieder erste Schritte unternommen, Wachstums-potenzial durch die Übernahme anderer Unternehmen zu realisieren. Im Februar 2008 haben wir die Hamburger Interaktivagentur spot-media AG übernommen. Dadurch haben wir eine zweite Agenturmarke hinzugewonnen und unsere Kompetenz im Bereich der Pflege großer Shop- und Portalwebsites sowie in der Bearbeitung von Internetprojekten für kleine und mittelständische Kunden auf Basis von PHP-Technologie ausgebaut. Vom Zeitpunkt der Übernahme an hat die spot-media AG positiv zu den Geschäftszahlen von SinnerSchrader beigetragen und war damit für das verbleibende Wachstums-drittel verantwortlich.

Das Konzernergebnis des Geschäftsjahres 2007/2008 belief sich auf 1,6 Mio. € oder 14 Cent je Aktie. Mit dem Schwung aus dem erfolgreichen Geschäftsjahr 2007/2008 und der Überzeugung, dass sich die fundamentalen Faktoren auch in den nächsten Jahren positiv für SinnerSchrader entwickeln werden, blicken wir mit Zuversicht in die Zukunft, obwohl angesichts der Finanzkrise und der dadurch hervorgerufenen Unsicherheit hinsichtlich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung eine genaue Prognose für das Geschäftsjahr 2008/2009 schwierig ist.

Wir sehen auch in einem verschlechterten Konjunkturumfeld Wachstumschancen für Umsatz und Ergebnis. Die Auftragseingänge in den ersten Wochen des neuen Geschäftsjahres liegen signifikant über den Vorjahreswerten. Zusätzlich können wir uns auch die Erschließung weiterer Wachstums- und Ergebnispotenziale durch Übernahmen von Unternehmen oder Investitionen in neue Geschäftsfelder vorstellen.

Der Erfolg des zurückliegenden Geschäftsjahres und die Überzeugung, auch im Jahr 2008/2009 weiter wachsen zu können, finden ihren Ausdruck darin, dass Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 18. Dezember 2008 erneut eine Dividendenausschüttung in Höhe von 12 Cent je Aktie vorschlagen.


Hamburg, 4. November 2008


Der Vorstand

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